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odernichtoderdoch.de · Nov 8, 2016

Jetzt sind wir verheiratet – 15 Tipps, die eure Beziehung retten können.

Niklas und ich haben ein turbulentes Jahr mit vielen Höhen und Tiefen hinter uns. Es ist nicht einfach, gemeinsam ein Unternehmen zu leiten und dann auch noch ein Paar zu sein. Es ist nicht nur die wenige Zeit, die wir privat haben, es ist der Druck und die ganze Verantwortung, die wir ständig wie einen schweren Rucksack mit uns herumtragen.

Anfang des Jahres habe ich mich erdrückt gefühlt. Erdrückt von all den Umzügen, den neuen Gesichtern, den neuen Aufgaben und der ständig wachsenden Verantwortung. Es gab für mich keine Flucht. Keine Hobbies, kaum Zeit und nicht mal ein eigenes Zimmer, in das ich vor all dem fliehen konnte. Unser Umgangston miteinander war nicht gerade zärtlich und auch für die Kollegen war es garantiert nicht einfach. Wir haben uns angenervt, angezickt, angeschrien. Unsere Kosenamen waren eher “Idiot” statt “Schatz” und statt liebevollen Blicken gab es knallende Türen.

Ich musste raus aus alledem, ich konnte nicht mehr atmen. Ich bin ausgezogen. Wieder in eine WG, wieder in mein altes Bett, alte Gedanken. Die Selbstzweifel waren wieder da – das Monster in mir, das so lange geschlummert hatte. Ich war bereit, mich mit ihm anzulegen – denn die Alternative wäre gewesen, alles aufzugeben. Also hatte ich viel Zeit allein und musste lernen, meine Sorgen zuzulassen, meine Gedanken zu sortieren und meine Gefühle wieder beruhigen zu lassen. Ich habe gelernt, zu vermissen – und das war der Schlüssel.

Vermissen. Das ist ein Gefühl, das Liebe bedeutet. Ein Gefühl, das ich schon lange nicht mehr kannte.

Ich habe es vermisst, ihm alles zu erzählen. Ich habe es vermisst, mit gemeinsam irgendwelche spontanen Dummheiten umzusetzen. Ich habe es vermisst, ihm auch mitten in der Nacht von meinen Ideen zu erzählen. Ich habe es vermisst, ihn zu ärgern. Ich habe alles vermisst – jeden Tag ein bisschen mehr.

Es war nicht einfach und die Zeit war auch nicht schön, aber sie war wichtig. Wir haben uns voneinander entfernt, um uns selbst und das, was uns wichtig ist, wiederzufinden.

Jetzt, ein paar Monate später, wohnen wir in einem Haus auf dem Land und sind Herr und Frau Heinen. Und wir sind glücklich.

15 Tipps für eine bessere Beziehung

  1. Freiraum lassen. Ihr habt eine gemeinsame Wohnung? Ihr werdet euch einreden, dass ihr den ganzen Tag aufeinander hängen könnt – aber schafft euch einen Ort, an dem ihr auch mal ganz allein sein könnt. Das kann ein eigenes Zimmer sein, eine gemütliche Ecke auf dem Dachboden, ein eingerichtetes Gartenhäuschen oder eine Lieblingsbank im Wald. Solltet ihr Räumlich dazu keine Möglichkeit haben, ist der nächste Tipp sehr wichtig.
  2. Sturmfrei Zeit. Jeder von euch sollte mindestens einen Abend in der Woche sturmfrei haben. Selbst wenn ihr die Finger nicht voneinander lassen könnt, trennt euch einen Abend lang, damit jeder seinen eigenen Kram machen kann. Ein Buch lesen, ein Hörbuch hören und dabei puzzlen, zeichnen, heimlich Serien gucken, die der Partner vielleicht blöd findet. Egal was – aber macht es nur für euch ganz allein.
  3. Eigene Hobbies. Natürlich ist es schön, gemeinsame Hobbies zu haben – aber man kann sich noch viel mehr erzählen, wenn jeder seine eigenen Dinge erlebt. Zusammen joggen ist klasse, aber gerade beim Thema Sport können Männer und Frauen sich getrennt vielleicht auch ganz anders ausleben und dabei über andere Dinge quatschen, z.B. beim Mannschaftssport oder im Fitnesstudio, in Kursen etc.
  4. Eigene Freunde. Eine gemeinsame Clique zu haben, ist toll. Aber vergesst nicht die Leute, mit denen ihr alleine über viel mehr Dinge quatschen könnt, als mit Partner. Pärchenabende sind super, aber ein Abend mit einer guten Freundin oder Freund allein können Gesprächsthemen bieten, über die man mit seinem Partner nie sprechen würde. Das muss gar nicht negativ sein und heißen, dass man seinem Partner nicht alles erzählen kann – es kann ja auch ein belangloses Gespräch über die neuesten Nagellacknamen sein, über die man sich mit dem Partner nie im Leben unterhalten würde. Auch sinnlose Gespräche müssten mal sein. Auch über den Partner aufregen darf man sich bei guten Freunden. Ausheulen. Schwärmen. Alles – hauptsache, der Partner hört ausnahmsweise mal nicht zu.
  5. Familienzeit. Egal, wie lieb man die Familie seines Partners hat und wie Zuhause man sich dort fühlt – eine kleine Auszeit ganz allein bei der Familie ist ganz wunderbar. Alle mal ohne Partner, wie früher, als man noch klein war. Das gibt einem ein richtig starkes Gefühl, seine Wurzeln zu erleben. Es ist schön mit dem Partner in der Heimat – aber manchmal braucht man seine Familie auch mal wieder ganz für sich allein. Der Partner wird das verstehen.
  6. Dinge ansprechen, die einen stören. Es ist unangenehm und führt manchmal auch zu Streit. Aber man darf streiten – und man soll es auch. Dinge nicht anzusprechen, kann Probleme nur vergrößern. Einen Groll mit sich herumzuschleppen, kann eine Beziehung vergiften. Dich stört etwas am Partner? Ansprechen! Aber…
  7. …sensibel sein. Das, was einen am Partner stört, stört den Partner selbst vielleicht auch. Seine Unordnung. Sein Übergewicht. Sein Mundgeruch. Was auch immer es ist – denk immer daran, wie es sich für dich anfühlen würde, mit so einem Thema konfrontiert zu werden. Keine wunden Punkte anhauen, lieber mit einem Verbesserungsvorschlag kommen: “Ich glaube, ich möchte mein Leben etwas umkrempeln und gesünder leben. Magst du nicht mit mir anfangen, zu joggen? In der letzten Zeit haben wir uns etwas gehen lassen und ich habe gesehen, dass du deine Lieblingsjeans gar nicht mehr trägst. Was meinst du? Findest du nicht, früher waren wir fitter?” Oder so in der Art. Sanft halt.
  8. Niemals Vorwürfe machen. Wenn du ein unangenehmes Thema ansprechen musst, überlege dir genau, wie du es sagst. Sowohl Tonfall als auch Wortwahl spielen eine große Rolle. O “Du lässt mich hier im Haushalt ganz allein” oder “Manchmal wünschte ich mir, du könntest mich im Haushalt ein wenig mehr unterstützen” – was kommt wohl besser an? Bei Variante Nummer eins fühlt man sich angegriffen und verfällt in eine Verteidigungshaltung. Es kommt dann, was kommen muss – der Vergleich, um nicht blöd dazustehen: “Was? Du kannst dich nicht beschweren, ich gehe dafür einkaufen und bringe ständig das Altglas weg!” Dann wird von beiden Seiten alles aufgezählt, jeder Gefallen abgewogen, jede Aufgabe als schwierig oder nicht schwierig bewertet. Ihr kennt das bestimmt. Also – niemals vorwürfe machen.
  9. Aufgaben aufteilen. Es gibt Dinge, die macht man gern und andere nicht so gern. Ich wische nicht gern, aber ich wasche gern Wäsche. Ich hasse es, die Küche zu putzen, aber ich kann damit leben, die Spülmaschine auszuräumen und ab und zu den Kühlschrank auszuwischen. Ich räume lieber den Keller auf, als bei den Nachbarn nach etwas Mehl oder Eiern zu fragen. Aufgabenverteilung muss nicht gerecht sein oder strikt aufgeteilt – es muss irgendwie stimmen. Ich räume die Wohnung auf, während Niklas einkaufen fährt. Ich sortiere seine tausend Einzelsocken, dafür muss ich nie beim Pizzaservice anrufen. Ihr solltet herausfinden, wo ihr euch ergänzen könnt, anstatt immer wieder aufeinander zu prallen: “Ich rufe ständig beim Pizzaservice an, jetzt bist du mal dran!” Ja – er macht das ständig. Aber will er lieber beim Fernsehen seine bescheuerten Socken sortieren? Nein. Ich find das aber entspannend und beschwere mich auch nicht, dass immer ich das machen muss. “Du machst Bad, ich mache Küche” ist der Klassiker. Warum räumt einer nicht auf und wischt über die Flächen, der andere saugt und wischt hinterher? Redet über die Aufgaben, die ihr nicht so gerne mögt oder euch schwerfallen – vielleicht sind das genau die Dinge, die der Andere ganz ok findet.
  10. Investiert in eine Putzkraft. Ich wollte das nie. Ich fand es übertrieben. Affig. Bonzig. Niemand sollte für mich putzen. Wenn man sich aber jeden Tag anmault, dass der Müll stinkt, das Bad wieder aussieht wie Sau und überall dreckige Socken rumfliegen, dann zehrt das an den Nerven und zerstört Stück für Stück die Beziehung. Glaubt mir – jemand, der professionell eure Wohnung putzt, ist jeden Cent wert. Seht es einfach als Investition in eure Beziehung. Wenn ihr dann Abends nach Hause kommt, sieht es ordentlich aus und ihr könnt gut gelaunt anfangen, gemeinsam zu kochen oder Dingen nachzugehen, die mehr Spaß machen, als als die Nudeln von gestern aus dem Spülbecken zu fischen.
  11. Nicht anfassen. Bin im Tunnel. Jeder hat mal einen schlechten Tag oder möchte einfach gerade nicht reden. Seinen Partner wegzustoßen, verletzt – es sei denn, er weiß warum und kann es verstehen. Wenn ich stark konzentriert bin, dann will ich nicht gestört werden. Stört man mich – auch wenn es nur lieb gemeint ist – kann ich böse werden. Dann sollte man wissen, wann man mich allein lassen sollte – aber dafür muss man mich gut kennen, um es auch nicht böse zu nehmen. Mittlerweile wissen alle was es bedeutet, wenn ich “im Tunnel” bin. Das heißt: Hochkonzentriert, ansprechen auf eigene Gefahr – anfassen lebensgefährlich. Diese Bezeichnung für diesen Zustand erspart viel beleidigtes “Was ist los mit dir” und “lass mich in Ruhe”. Konzentriert, okay – “meld dich später mal bei mir!” “mhmh”. Was bei mir der “Tunnel” ist, kann bei anderen ein anderer Zustand sein. Wichtig ist, dass der Partner das erkennt und weiß, wann er dich in Ruhe lassen soll.
  12. Nicht nachtragend sein. Kingt so dahergesagt, aber ist super wichtig. Jeder macht Fehler – auch man selbst. Man hat nur eine Entscheidung zu fällen: Ist das ein Fehler, der für mich das Ende der Beziehung bedeutet? Solche gibt’s ja auch und die Grenze muss jeder für sich selbst ziehen und dann Konsequent sein. Ist es aber nicht ein solcher Fehler, sollte man darüber reden und verzeihen können. Wurde sich vernüftigt entschuldigt, sollte man es dabei belassen. Okay, vielleicht kann man noch einen kleinen Nutzen daraus schlagen: “Dafür darf ich heute Abend den Film bestimmen!”
  13. Nicht vergleichen. Jeder Mensch äußert seine Gefühle auf eine andere Art. Manche Leute sagen nach jedem Telefonat “ich liebe dich”, andere überhäufen den Partner mit Komplimenten. Das sind offensichtliche Liebesbeweise – aber nicht jeder kann seine Gefühle auf diese Art zeigen. Nur weil man nicht ständig, “ich liebe dich” oder “du siehst heute wahnsinnig gut aus” sagt, muss das nicht heißen, dass man den anderen weniger mag. Ich bin so jemand. Ich sage sowas nie, es fühlt sich komisch an. Ich kann schwer aufzählen, was genau das für Gesten sind – aber es können die Kleinigkeiten sein, die ihr sonst vielleicht überseht. Vielleicht solltet ihr mal auf die kleinen Dinge achten, die in der Summe genau das gleiche Sachen: Du bist mir wichtig, ich denke an dich.
  14. Andere Paare sind nicht vergleichbar. Andere Paare seid nicht ihr. Wie die sich benehmen, was bei denen funktioniert hat und was nicht – das muss noch lange nicht für euch gelten. Die können noch so niedlich zusammen sein – man kann nie wissen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Jede Beziehung hat ihre Schwierigkeiten, auch wenn sie nach außen hin perfekt aussieht. Keine Beziehung ist perfekt, weil jeder Mensch Macken hat und Fehler macht. In einer Beziehung gibt es zwei Menschen, also jede Menge Macken und Fehler. Das darf man nie vergessen.
  15. Sei du selbst. Vielleicht war es am Anfang der Beziehung ein wenig geschwindelt, um zu gefallen – und aus diesem kleinen Schwindel wurde eine jahrelange Lüge. “Du liebst Star Wars? Ich liebe Star Wars auch!” Und schwupps ist man jahrelang unglücklich, weil man diese Lüge immer aufrecht erhalten muss. Ich habe ein unbedeutendes Beispiel genannt, aber das Ende ist nach oben offen. Ein “ich liebe Katzen auch” kann schon schlimmer sein als Star Wars und ein “ich stehe auch total auf Skifahren” kann übel werden, wenn man statt Schneestiefeln im Sommer lieber einen Bikini tragen würde und sich der Liebe wegen jahrelang auf Skipisten statt am Strand rumtreibt. Es sind viele Kleinigkeiten, bei denen man sich treu bleiben sollte – von Anfang an. Wenn der Partner einen mit der Wahrheit nicht mag, ist er es nicht wert.

Das alles sind Dinge, die uns geholfen haben, die Bruchstücke unserer Beziehung wieder zusammenzusetzen und einander wieder zu schätzen. Vielleicht erscheinen euch nicht alle Tipps passend, denn jede Beziehung ist anders – aber vielleicht gibt es ja ein paar Punkte, die bei euch für ein besseres Miteinander sorgen. An dieser Stelle muss man natürlich erwähnen, dass man nicht jede Beziehung retten kann. Die Gründe für eine Trennung sind vielseitig und manchmal soll es einfach nicht sein. Einzusehen, dass eine Beziehung keinen Sinn mehr macht oder auch einfach nicht gut für einen ist, hat nichts mit aufgeben zu tun. Ich wünsche euch alles Gute und zeige euch mit den folgenden Bildern erst mal unseren nächsten Schritt in der Beziehungsebene: Unsere Hochzeit.

Niklas & Joana Heinen, 21.10.2016

Ein ganz normaler Freitag im Oktober. Ein ganz normaler Arbeitstag mit dem Team im Büro – nur mit langen Kleidern, ein paar Blumen, den Eltern und einem neuen Nachnamen. Eine Hochzeit, die aus uns ein Ehepaar und aus unserem Unternehmen ein Familienunternehmen gemacht hat.

Eine Hochzeit im Büro mit allen Kollegen – den Menschen, die mich jeden Tag unterstützen und begleiten.

Wer braucht schon Stylisten, hier wird alles selbst gemacht. Hier werden Lockenstäbe geteilt, Lidschatten getauscht, Flechtkünste vorgeführt. Eigentlich war ich auch ganz entspannt – bis die Blumen kamen. Meine Hände haben so gezittert, dass ich kaum flechten konnte.

Mein Brautschmuck bestand aus einer silbernen Kette mit einem Herz, das ich schon als Kind getragen habe und diesem wunderschönen Armreif, den mir die liebe Josemma geschenkt hat.

Tatsächlich habe ich immer geglaubt, die Suche nach dem Brautkleid wäre das Schönste an der ganzen Hochzeitsvorbereitung. Die Wahrheit ist: Es war schrecklich! Eigentlich weiß man nicht, was man will und alles was man anprobiert, fällt unter die Kategorie “das isses noch nicht” oder “um Gottes Willen, so viel Geld geb ich dafür nicht aus”.

Ich wollte auch nicht in einem Brautladen auf einem Höckerchen Schau stehen, ich wollte still und heimlich mit Alina ein schönes Kleid finden und mich in dieses Kleid verlieben. Diese Aktion hat mich bestimmt 4 Zalando und 5 Asos Bestellungen gekostet – dazu 1 Paar Schuhe, ein Oberteil, eine Stola und zwei Kleider, die es dann doch nicht geworden sind und jetzt bei mir Zuhause rumfliegen. Am Ende war es das Kleid von der Stange bei P&C, als wir eigentlich nur noch ein Kleid für Alina suchen wollten und ich mich mit einem Asos Kleid angefreundet hatte.

Gekauft – aber noch nicht so ganz überzeugt. “Sieht ein bisschen nach China Kleid aus”, hat Niklas gesagt. Na toll. (Und ja, ich wollte, dass er das Kleid vorher sieht und mag.). Außerdem hatte ich ein bisschen Angst, Disneys neue Eisprinzessin zu werden. Es war also nach Bauchgefühl irgendwie nicht das richtige Kleid, aber mittlerweile war ich in der “Scheiß drauf, ich habs eh nur ein paar Stunden an” Phase angekommen.

Als dann der Tag der Hochzeit kam haben wir uns fertig gemacht und dann kamen die Blumen an – und auf ein mal war es perfekt. Am Anfang wollte ich nicht mal Blumen, aber genau diese Kleinigkeit hat das Gefühl ausgemacht, Braut zu sein. Wenn das Kleid vorher 80% meines Gefühls entsprach, Braut zu sein, haben es Haarkranz und Strauß auf die vollen 100% gebracht. Ab da war ich ein überglückliches, hochemotionales Braut-Wrack. Die Hektik kam, das Zittern, die Tränenausbrüche. Auf einmal waren da so viele Leute und alle wollten mich begrüßen, etwas Liebes sagen, mich umarmen. Alles war auf einmal lauter, bunter, schneller und ich hatte das Gefühl, gleich komplett loszuheulen. Ich wollte kurz weglaufen und die Pause Taste drücken.

Man plant vorher viel. “Jaaa, auf jeden Fall machen wir vor der Hochzeit noch Fotos von uns Mädels, da haben wir ja noch ewig Zeit!” Aber es sagt einem keiner, dass man sich fühlt, als würde man mitten auf einem Fußballplatz stehen, während das Spiel um einen herum schon begonnen hat. Ich wollte alle Leute lieb begrüßen und gleichzeitig wollte ich schreien: “Lasst mich alle in Ruhe!” Gut, dass Alina da war. In so einer kleinen Trauzeuginnentasche können wirklich einige Wunder stecken – im Gegensatz zur Braut können Trauzeuginnen nämlich noch klare Gedanken fassen und haben einen die ganze Zeit im Blick. Taschentücher, Kaugummis, hier ein Schlückchen Wasser, da ein Labello, hier das Stammbuch, da dein Verstand. Danke!

Danke, für die beste Trauzeugin und Schwester der Welt.

Für ein paar schnelle Fotos hat die Zeit und mein Gemütszustand dann doch noch gereicht – und ich liebe diese simplen Gruppenaufnahmen sehr. Einen Großteil der Mädels kenne ich erst wenige Monate, andere schon ein paar Jahre – ich bin überglücklich, ein so tolles Team zu haben. Und – Verzeihung, Frau Heinen – eine so tolle Schwägerin.

Jana, Tami, Nina, Kim, Alina – ich – Marie, Judith, Miriam, Angelina

Diesem Auto war das egal. Manche Menschen haben einfach einen Geduldsfaden wie… na halt gar keinen. War uns aber egal.

Und endlich kam da das Auto mit meinen Eltern und dem Bräutigam.

Es kostet schon einiges an Kraft, hier nicht komplett loszuheulen und dem Bräutigam das Gesicht als Make Up Abdruck auf dem Anzug zu hinterlassen.

Da saß noch jemand mit im Auto, mit dem schnell vor der Trauung noch ein Foto gemacht werden musste – und er war fast genau so aufgeregt wie ich: Mein Bruder.

Dann war auch schon der Bus da, der uns am Büro eingesammelt hat. Nächste Station: Lager – Packelfen einsammeln. Los geht die wilde Fahrt! Das wir jemanden auf der Toilette vergessen hatten, fiel uns erst auf der Hälfte der Strecke auf – aber das ist eine andere Geschichte.

Alle Mann an Board (das fehlende Schaf wurde natürlich auch noch aufgegabelt).

Münster, meine Wahlheimat.

Da wir natürlich mit der Rumgurkerei durch Münster an einem Freitag ordentlich Zeit eingeplant hatten, waren wir viel zu früh vor dem Standesamt und spätestens da fiel mir auf, dass die Aufregung allein mich nicht über eine halbe Stunde lang warm halten konnte. Außerdem hat man eine halbe Stunde lang Zeit sich zu überlegen, ob man nicht doch nochmal Pipi muss. Und nochmal? Und zur Sicherheit lieber nochmal?

Als wir dann endlich rein durften, kam auch noch ein schöner Schock, den man an seiner Hochzeit absolut nicht gebrauchen kann: “Sie sind umgezogen? Tut mir leid, das haben Sie nicht bei uns gemeldet…” Einen schmerzhaft langen Augenblick lang dachte ich, alle müssten wieder nach Hause gehen. Tschüss Hochzeit! Aber dann stellte sich heraus, dass sie einfach nur schlecht gelaunt war und keine Lust hatte, die Adresse mit ihrer Ein-Finger-Technik noch einmal in die Tastatur zu hacken und neu auszudrucken. Alles nochmal gut gegangen.

Das Lotharinger Kloster in Münster. Sooo viele Hochzeiten habe ich hier schon fotografiert und eigentlich wollte ich nie selbst hier heiraten – aber irgendwie ist es dann doch einfach wunderschön und total egal. Heimspiel für mich, hab mich wie Zuhause gefühlt – nur dass ich dieses Mal auf dem Platz saß, um den ich sonst immer mit der Kamera vor dem Gesicht herumgeschlichen bin. Ganz ehrlich: Es ist ein Opferstuhl. Ich war so nervös und habe mir gewünscht, dass es schnell vorbei ist. Ich wusste nicht mal mehr, wie man meinen Namen schreibt. Weder den Alten, noch den Neuen – haha! Sehr peinlich.

Ich sehe doch auch ganz entspannt aus…?

…und sie hat “Dschoana” gesagt. Und nochmal. Und nochmal. Jedes Mal alle Leute im Publikum innerllich: “Uuuuuh” “aaaaaah” “autschhhh”

Das alte Stofftaschentuch von meinem Opa, das perfekt zu meinem Kleid gepasst hat und mir wenigstens etwas Halt gegeben hat, weil ich es die ganze Zeit festkrallen konnte. Irgendwie ist dieser Gedanke immer so selbstverständlich gewesen, dass die Großeltern bei der Hochzeit dabei sind. Hier und da habe ich mir an diesem Tag vorgestellt, wie meine Oma lachen würde und was für lustige Sprüche mein Opa bestimmt sagen würde. Das waren meine kleinen traurigen Momente und sie waren an diesem Tag genau so wichtig, wie die glücklichen.

Ich glaube, nur die Wenigsten der Anwesenden haben uns schon mal küssen sehen – da hatten sie den Beweis, dass wir tatsächlich auch ein Paar sind. Bei der Arbeit gehen wir ja eher kollegial miteinander um – wer will schon seine Chefs rumknutschen sehen.

Miri hat den perfekten Augenblick abgepasst, um mir meinen Brautstauß wiederzugeben – sehr geübte Brautjungfer!

Die Rückfahrt war dann wesentlich entspannter und wir haben auch niemanden auf dem Klo vergessen!

The Gang.

Da wurde der Brautstrauß geworfen – leider mit etwas viel Schmackes…!

Die Allerbesten – mit Worten nicht zu beschreiben. DANKE!

Hier seht ihr unsere Stars hinter den Kulissen – wenn ihr ein wunderschön verpacktes Paket von uns bekommt, dann nur, weil all diese wunderbaren Menschen tolle Arbeit leisten!

Es ein wunderschöner Tag mit wunderbaren Menschen. Sehr emotional, sehr vertraut, sehr aufregend. Ich möchte mich auch für all die lieben Glückwünsche bedanken, die mich auf sämtlichen Social Media Kanälen erreicht haben, es macht mich unfassbar glücklich zu sehen, wie ihr hinter mir (uns) steht! Danke für alles!

Und jetzt nochmal etwas, das mir etwas schwerer fällt:

Es war einmal Joana Gröblinghoff, es war einmal ein Blog.

Mit meiner Hochzeit möchte ich hier mit diesem Medium Blog, das mein Privatleben lange Jahre lang begleitet hat, abschließen. Es ist ein wunderschönes Ende für eine wunderschöne Zeit und ein Anfang von etwas tollem Neuem. Private Einblicke aus meinem Leben bekommt ihr weiterhin auf Instagram “joanaslichtpoesie” und Snapchat “lichtpoetin” , nur nicht mehr auf diesem Blog. Die alten Posts werde ich für euch noch schöner aufbereiten und auch besser “durchsuchbar” machen, damit ihr alte Posts schneller findet. Dieser Blog ist das, was mich geprägt hat, es ist der Ursprung von all dem, was wir aufgebaut haben und der nachlesbare Weg meiner Suche nach mir selbst.

In all den alten Posts steckt mein ganzes Herz und ich lese immer wieder gern die alten Texte, weil sie mir zeigen, dass man niemals aufgeben darf und es immer weiter geht. Ich hoffe, ja ich bin mir sicher, dass ich mit meinen Worten vielen von euch Mut machen konnte und meine Geschichte euch auch jetzt noch täglich inspiriert, das zu tun, was ihr liebt.

Vielleicht mache ich aus den schönsten Posts und Bilder einen Bildband, aber ich möchte nichts versprechen. Außerdem ist es immer noch mein größter Traum ein Buch zu schreiben. Ich bin ja schon lange dabei und auch schon sehr weit, aber ich hadere einfach mit mir, etwas so sensibles zu veröffentlichen. Vielleicht ist es dafür noch zu früh und ich brauche noch ein zwei Jahre, bis ich bereit dafür bin – es existiert auf jeden Fall schon.

Ich bin einfach glücklich über diese tolle gemeinsame Zeit und hoffe, dass ihr meinen Weg weiter auf anderen Kanälen verfolgt. Auf odernichtoderdoch wird es weiterhin Beiträge geben, aber absichtlich nicht hier, denn dieser Blog hat eine zu emotionale Vergangenheit, die ich gern als wunderschönes Vergangenheitspaket “Joana Gröblinghoff” hier abschließen möchte. Es sind DIY und andere inspirierende Inhalte hier auf dieser Website für euch geplant – aber das wird gerade noch ausgearbeitet, genauso wie das “oderdochsnap” Snapchat Konzept.

Puuuuuh – so viel Inhalt in nur einem Post! Vielleicht ist es das große Finale, da darf es ruhig etwas mehr sein.

Es fühlt sich wie ein Abschied an, dabei ist es ja einfach nur das letzte Kapitel in einem, das neben Lichtpoesie in ein schönes Regal gestellt wird. Es wird Zeit für neue Geschichten – seid ihr dabei? Es würde mich sehr glücklich machen.

Eure Joana


// An alle Bald-Bräute:

Die tollen Fotos sind von der lieben Caro von Foxografie, eine ganz tolle und angenehme Hochzeitsfotografin – und das sage ich selbst als Hochzeitsfotografin!

Wunderschönen Schmuck für euch und eure Brautjungfern, Trauzeuginnen oder die Mama findet ihr bei der lieben Josemma, die ich euch gern ans Herz legen möchte.

Brautstrauß und Haarschmuck sind von der lieben Fee Kirking, die ich wärmstens weiterempfehlen kann. Schaut mal auf Feenzauber bei Facebook oder Instagram vorbei!

Das Kleid ist von P&C, da habe ich es auch kürzen lassen.

Die Kleider der meisten Mädels sind von Asos.

Die Tischdekoration habe ich bei Depot und – tatsächlich – Aldi besorgt.

Mein Deko Geheimtipp: Menü oder Getränke mit Kreidemarkern auf Fenster und Türen schreiben oder einfach mit floralen Mustern verzieren.

Uuuuund Weddingplanner, Gästebücher und Co gibt es ab Januar bei uns im Shop, da konnte ich zur Planung schon unsere Muster verwenden und testen!

Falls ihr sonst noch Fragen habt, schreibt sie gern in die Kommentare!

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