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nicestthings.com · Nov 26, 2017

Bûche de Noël & Aligot mit Trüffel - Weihnachtsdinner Rezepte


Werbung* für Géramont*

"Sag mal, wo nimmst du eigentlich immer deine Ideen her?" Wenn ich meinen Pokerface-Tag habe, antworte ich darauf: "Pinterest" - Jo. Damit ist alles und nichts gesagt. "Google" wäre eine ähnliche Antwort. Heute habe ich aber meinen Butter-bei-die-Fische-Tag und gebe euch einen Geheimtipp: französische Zeitschriften und Foodblogs. Sei es die "ELLE à table" oder die "Saveurs", carnetsparisiens.com oder fraise-basilic.com - die Franzosen haben es drauf. Eine Extra-Schippe schöngeistige Ästhetik und Ideen abseits des hierzulande inflationär gehandelten Einheitsbreis. So. Jetzt wisst ihr, wo ich mit Vorliebe wildern gehe. Zwei typisch französische Gerichte wollte ich schon immer mal ausprobieren. Zum einen das klassische Weihnachtsdessert Bûche de Noël, am liebsten mit Maronencreme. Zum anderen Aligot, den sexy Bruder des Kartoffelpürees - dekadent cremig durch den geschmolzenen Käse darin und gerne mit etwas Trüffel obendrauf. Dazu habe ich mir wieder meinen partner in crime... euh, partenaire de crime Géramont* ins Boot geholt. Zusammen präsentieren wir heute also zwei Rezepte sowie eine Tischdeko-Idee für ein gemütliches, französisch angehauchtes Weihnachtsdinner mit Freunden.
Zuerst die Bûche de Noël - ich bin stolz vor allen Weibern (warum ich jetzt Georg Büchner im Kopf habe und nicht Gustave Flaubert, weiß ich auch nicht). Der Kringel ist so monkig geworden, wie ich mir das gewünscht habe. Nicht retuschiert, ich schwör. Und die Kombi aus Schokoladen-Biskuitteig und Maronen-Vanille-Cremefüllung, so lecker!

"Bûche" bedeutet übersetzt übrigens "Baumstamm". Es ist Tradition in Frankreich, diese an einen Baumstamm erinnernde Biskuitrolle zu Weihnachten als Dessert zu servieren. Sie soll an die Zeit erinnern, als man an Weihnachten noch das klassische Weihnachtsscheit im Ofen verbrannt hat. Mittlerweile sind große Öfen im Wohnbereich selten geworden, der Holzscheit ist dafür süß und essbar geworden.

Hier ist das Rezept für eine "Bûche de Noël" Biskuitrolle aus Schokoladen-Biskuitteig und Maronen-Vanille-Creme - ein Weihnachtsdessert für 8 Personen:
Für den Schokoladen-Biskuit: 4 Eier (Größe M) 40g Zucker 40g brauner Zucker 40g Puderzucker 1 Prise Salz 100g Mehl 20g Kakaopulver Plus etwas Zucker, um das Küchentuch zum Aufrollen zu bestreuen
Für die Creme: 140g (1 Päckchen) Tortencremepulver Vanille 150ml kalte Milch 70g weiche Butter 70g Géramont Frisch Genuss* (leicht geschlagener, französischer Frischkäse mit Crème fraîche und etwas Fleur de Sel aus der Camargue verfeinert, das macht sich sehr lecker in der Creme) 80g Maronencreme (fertig kaufen oder nach meinem Rezept hier selber machen) Ausgekratztes Mark einer Vanilleschote
Für die Deko: 200g Zartbitter-Kuvertüre 100g flüssige Schlagsahne 2 EL Puderzucker Schokoladendekor - ich habe in einer Silikonform Sterne aus Zartbitterschokolade gegossen Kleine Zweige


1. Backofen auf 200 °C Ober- / Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
2. 4 Eier in eine Rührschüssel geben. 40g normalen Haushaltszucker, 40g braunen Zucker, 40g Puderzucker und eine Prise Salz zugeben. Mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe mindestens 5 Minuten schlagen, bis die Masse eindickt.
3. 100g Mehl und 20g Kakaopulver darüber sieben. Mit einem Schneebesen zügig einrühren. Nicht zu lange rühren, gerade so, dass der Teig homogen ist.
4. Den Biskuitteig auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech gießen. Glattstreichen, so dass ungefähr ein Rechteck entsteht. Ca. 5cm Abstand zu den Rändern des Backpapiers / Blechs lassen. Auf der zweiten Schiene von unten 10 bis 12 Minuten backen.
5. Ein sauberes Küchentuch auf der Arbeitsfläche auslegen und mit Zucker bestreuen, damit der Biskuit nicht daran kleben bleibt. Den fertig gebackenen Biskuit aus dem Ofen nehmen und noch heiß mit dem Backpapier nach oben auf das gezuckerte Küchentuch legen. Backpapier vorsichtig abziehen. Mit Hilfe des Küchentuchs so aufrollen, wie auch später die Biskuitrolle gerollt sein soll. Komplett auskühlen lassen.
6.140g Vanille-Tortencremepulver zusammen mit 150ml kalter Milch, 70g weicher Butter, 70g Géramont Frisch Genuss, 80g Maronencreme und dem Mark einer Vanilleschote in eine Schüssel geben und mit dem Handrührgerät zu einer glatten Creme verrühren.
7. Den komplett ausgekühlten Biskuitteig vorsichtig entrollen und vom Küchentuch lösen. Gleichmäßig mit einer ca. 1cm dicken Schicht Maronen-Vanille-Creme bestreichen. Wieder aufrollen, mit der Naht nach unten auf die Servierplatte setzen und in den Kühlschrank stellen. Für Reste der Creme werdet ihr schon eine Verwendung finden...
8. 200g Zartbitter-Kuvertüre fein hacken und in eine kleine Schüssel geben. 100g Schlagsahne erhitzen, aber nicht kochen lassen! Heiße Sahne auf die Kuvertüre gießen. Abdecken und 2 bis 3 Minuten stehen lassen. Vorsichtig mit einem Schneebesen verrühren, bis eine homogene Creme entstanden ist. Ganache entweder sofort auf die Bûche streichen oder wenn die Konsistenz noch nicht fest genug ist, etwas bei Zimmertemperatur stehen lassen. Die eingestrichene Bûche de Noël bis zum Servieren im Kühlschrank lagern.
9. Vor dem Servieren mit 2 EL Puderzucker bestäuben und mit Schoko-Elementen und kleinen Zweigen dekorieren. Für die Schokoladensterne habe ich 100g Zartbitterschokolade mit 1 TL Kokosöl zur Verbesserung der Fließfähigkeit überm Wasserbad geschmolzen, in eine Stern-Silikonform gegossen und 20 Minuten in den Tiefkühler gestellt.


Nun das Aligot! Aligot ist ein traditionell französisches Gericht aus dem südlichen Massif Central. Es wurde ursprünglich von Priestern für Jakobs-Pilger erfunden, ist also eher kein Diätessen. Wir haben hier ein weiches, wärmendes Kartoffelpüree, das mit geschmolzenem Käse vermischt ist. Die dekadente, super cremige Konsistenz könnt ihr euch vorstellen... Mit darüber gehobeltem Trüffel, gebräunter Butter, etwas Salbei und extra Weichkäse-Topping die perfekte Beilage für's Weihnachtsmenu. Dazu passt zum Beispiel Entenbrust.

Für den absoluten Pimp legt man ein paar Scheiben vom limitierten Géramont mit gerösteten Kürbiskernen* auf das warme Aligot und lässt diesen leicht anschmelzen. Weil ich unbedingt die hübschen Staub Mini Cocottes verwenden wollte, diese aber leider sehr mini sind, liegt der arme Kürbiskern-Géramont jetzt daneben. Aber in echt gehört der unbedingt aufs Aligot gepackt. Knackig geröstete Kürbiskerne sind nämlich der perfekte Kontrast zum cremig-schmelzigen Drumherum. Im Aligot selbst habe ich die cremig-zarten Scheiben fein-würzig von Géramont* verwendet. Sie verschmelzen innerhalb von wenigen Minuten mit dem warmen Kartoffelbrei.

Rezept für Aligot (Kartoffelstampf mit Käse) mit Trüffeln, brauner Butter, Salbei und Weichkäse als Beilage für's Weihnachtsmenu, für 4 Personen:
Aligot: 750g mehlig kochende Kartoffeln 200g cremig-zarte Scheiben fein-würzig von Géramont* 150g Crème fraîche 1 Knoblauchzehe 1/4 TL geriebene Muskatnuss Salz, Pfeffer
Garnitur: 60g Butter 6 Blätter frischer Salbei 1 ganze Trüffel 200g Géramont mit gerösteten Kürbiskernen* (wie der normale milde Weichkäse mit zartem Schimmel von Géramont, aber als limitierte Auflage mit gerösteten Kürbiskernen)
1. 750g Kartoffeln waschen, schälen, putzen, vierteln. In Salzwasser ca. eine halbe Stunde weich kochen. Abgießen und entweder pürieren oder durch eine Presse zurück in den abgetrockneten Kochtopf drücken.
2. Die Rinde von 200g würzigem Käse abschneiden. Käse und 150g Crème fraîche zum Kartoffelpüree in den Topf geben. Bei geringer Hitze auf den Herd stellen und so lange rühren, bis der Käse geschmolzen ist.
3. Knoblauch schälen und zum Aligot pressen. Mit 1/4 TL geriebener Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen. Warm halten.
4. Butter und Salbeiblätter in einem kleinen Topf blubbernd erhitzen, bis die Butter bräunt (dauert etwas). Die Salbeiblätter nur kurz mitfrittieren und aus der Butter fischen, sobald sie knusprig sind.
5. Aligot in Schälchen oder auf Tellern anrichten. Trüffel darüber hobeln. Weichkäse auf dem Aligot verteilen. Mit brauner Butter übergießen und mit den knusprigen Salbeiblättern garnieren.

Die Tischdeko für's französische Weihnachtsdinner kann gerne schlicht bleiben - klassisch, hell und stilvoll. Weißes Keramikgeschirr, weiße Leinenservietten und ein paar grüne Zweige, mehr nicht.

Als Blickfang für die weihnachtliche Tischdeko habe ich Sicheltannen-Zweige (Cryptomeria) in Glasflaschen gestopft und mit Wasser aufgegossen. Dadurch erhält man einen coolen Lupeneffekt. Man kann hier sehr schön mit verschiedenen Flaschengrößen und verschiedenen Zweigen experimentieren, Tanne, Stechpalme, Kiefer... Die mit Tannenzweigen gefüllten Flaschen könnte man auch als Kerzenständer verwenden.


Um die weißen Leinenservietten habe ich ein weißes Stoffband gewickelt, eine kleine Kugel mit schwarzen Sternen daran befestigt und einen Cryptomeria-Zweig unter das Band geschoben. Mit einem einfachen weißen Papierstück, auf dem der Name des Gastes steht, wird die Serviettenkonstruktion zur Platzkarte.
Es werden natürlich nur Freunde zum Weihnachtsmenu eingeladen, deren Namen französisch klingen UND einen weihnachtlichen Bezug aufweisen. Gegenüber von Natalie sitzt Noëlle. Madeleine und Charlotte dürfen immerhin mal zum Nachtisch vorbeischauen. Pascal kriegt leider erst nächstes Frühjahr wieder was zu essen.
Wer aber weitere Tipps für schöne französische Blogs oder Zeitschriften für mich hat, darf unabhängig vom Namen jederzeit Platz nehmen!

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